Radfahrende auf der für den Verkehr gesperrten Auffahrt zur Köhlbrandbrücke

Köhlbrandbrückenlauf 2026: Strecke und Startplätze

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An 364 Tagen im Jahr ist die Köhlbrandbrücke für Fußgänger gesperrt. Am 3. Oktober nicht: Dann läuft Deutschlands größter Brückenlauf über das Bauwerk, mit über 8.500 Teilnehmenden. Es ist der einzige Tag, an dem man die Brücke zu Fuß erleben darf – und weil sie in den 2030er Jahren abgerissen wird, ist die Zahl dieser Gelegenheiten überschaubar.

Wer 2026 noch mitlaufen will, hat allerdings ein Problem: Der Lauf ist ausverkauft. Alle drei Startzeiten waren rund neun Monate vor dem Termin vergeben. Was jetzt noch geht, wie die Strecke verläuft und wo Zuschauer tatsächlich etwas sehen, steht hier.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Termin: Samstag, 3. Oktober 2026
  • Strecke: 12,3 km, amtlich vermessen, eine einzige Distanz
  • Startzeiten: 9:00, 12:00 und 15:00 Uhr
  • Zeitlimit: 1:50 Stunden
  • Start und Ziel: Veranstaltungsgelände Schuppen 50A, Australiastraße, neben dem Hafenmuseum
  • Startgeld 2026: 29 € bis März, 33 € bis Juni, 37 € bis September; Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre 17 / 20 / 23 €
  • Mindestalter: 10 Jahre; für Minderjährige mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten
  • Veranstalter: Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH
  • Status: alle Startzeiten ausverkauft, Startplatzbörse geöffnet

Stand dieser Angaben: 28. Juli 2026. Verbindlich ist immer die Ausschreibung des Veranstalters.

Ausverkauft – wie man doch noch an einen Startplatz kommt

Die Nachfrage 2026 war außergewöhnlich. Der 12-Uhr-Start war innerhalb einer Woche nach Öffnung der Anmeldung vergriffen, danach fiel der 9-Uhr-Start, zuletzt der um 15 Uhr. Seither läuft die reguläre Anmeldung ins Leere, obwohl der offizielle Anmeldeschluss erst der 21. September 2026 wäre.

Die offizielle Startplatzbörse

Der Veranstalter hat eine Startplatzbörse geöffnet. Sie funktioniert in beide Richtungen: Wer seinen Platz nicht nutzen kann, bietet ihn dort an und fordert nach dem Verkauf die Rückerstattung an; wer noch einen sucht, greift zu, sobald einer frei wird. Ein Wartelistenplatz ist das nicht – es gilt, wer zuerst kommt.

Praktisch heißt das: regelmäßig nachsehen, vor allem in den letzten Wochen vor dem Lauf. Absagen wegen Verletzung oder Terminkollision häufen sich erfahrungsgemäß im September, nicht im Juli.

Warum der Startplatz vom Nachbarn keine gute Idee ist

Auf Kleinanzeigenportalen tauchen jedes Jahr Startplätze auf. Davon ist abzuraten, und zwar nicht nur aus Regeltreue: Die Startnummer ist auf eine Person ausgestellt. Wer unter fremdem Namen läuft, taucht in der falschen Altersklasse in der Wertung auf, und im Ernstfall – Sturz, Kreislauf, Rettungsdienst – stimmen die hinterlegten Daten nicht. Bei einem Lauf, der über eine gesperrte Hochbrücke ohne Ausweichmöglichkeit führt, ist das kein formales Detail.

Der offizielle Weg über die Börse kostet dasselbe Geld und ist sauber ummeldbar.

Die Strecke: 12,3 Kilometer, zweimal hinauf

Es gibt nur eine Distanz. Start und Ziel liegen auf dem Terminalgelände nahe der östlichen Auffahrt, die Strecke führt einmal über die Brücke und wieder zurück; der Wendepunkt liegt bei Kilometer 6.

„Weitgehend flach“ steht in vielen Laufkalendern, und das stimmt für die Zuwegung. Für das Bauwerk selbst stimmt es nicht. Die Fahrbahn liegt gut 50 Meter über dem Köhlbrand, und diese Höhe wird über die Rampen abgebaut: 2.050 Meter auf der Ostseite, 1.048 Meter auf der Westseite, mit einer Steigung von maximal vier Prozent. Wer über die Brücke und wieder zurück läuft, hat den Anstieg zweimal im Rennen. Diese Angaben stammen aus den Bauwerksdaten – ein offizielles Höhenprofil veröffentlicht der Veranstalter nicht.

Wer eine Zielzeit plant, sollte den zweiten Anstieg ab Kilometer 7 einkalkulieren statt die erste Rampe im Renntempo hochzudrücken. Verpflegung gibt es am Wendepunkt bei Kilometer 6 und im Ziel: Wasser, Elektrolytgetränk und alkoholfreies Weißbier.

Wind und Wetter auf 50 Metern Höhe

Auf der Strombrücke steht man ohne jede Deckung über dem Köhlbrand. Anfang Oktober kann das eine milde Hafenkulisse sein oder böiger Westwind mit Regen – die Brücke nimmt beides ungefiltert mit. Eine dünne Windjacke, die sich um die Hüfte binden lässt, ist die pragmatischere Wahl als die Entscheidung für ein Wetter, das man morgens noch nicht kennt.

Welche der drei Startzeiten die richtige ist

Die Startzeiten sind kein Leistungsraster, sondern eine Verteilung über den Tag. Trotzdem unterscheiden sie sich spürbar.

  • 9:00 Uhr – kühlste Luft, ruhigste Anreise, dafür früh raus. Für Zeitläufe die beste Wahl.
  • 12:00 Uhr – der beliebteste Block und zuerst ausverkauft; entspanntester Zeitplan am Morgen.
  • 15:00 Uhr – tiefer stehende Sonne über dem Hafen, die besten Bilder, dafür der längste Wartetag.

Anreise: warum das Auto die schlechteste Option ist

Das Veranstaltungsgelände liegt mitten im Hafen. Öffentliche Parkplätze in der Nähe sind laut Veranstalter nur sehr begrenzt vorhanden – für einen Lauf mit mehreren tausend Teilnehmenden pro Startwelle heißt das: Es reicht nicht.

  • S-Bahn bis Veddel und rund 1,8 km zu Fuß – der vom Veranstalter empfohlene Weg.
  • Fahrrad oder zu Fuß durch den Alten Elbtunnel von St. Pauli aus, wenn der geöffnet ist.
  • Auto nur mit Parkplatz weit außerhalb und ÖPNV auf dem letzten Stück.

Ein Hinweis zum Datum: Der 3. Oktober ist Feiertag, der Hamburger Nahverkehr fährt dann nach Sonntagsplan. Fahrzeiten vorher prüfen, gerade für den 9-Uhr-Start.

Startnummernausgabe und Ablauf am Renntag

Die Startnummern gibt es an drei Terminen. Zwei davon liegen in der Innenstadt, in der Geschäftsstelle der Mobil Krankenkasse am Hühnerposten 2:

  • Donnerstag, 1. Oktober, 13:00 bis 19:00 Uhr – Hühnerposten 2, 20097 Hamburg
  • Freitag, 2. Oktober, 11:00 bis 18:00 Uhr – ebenda
  • Samstag, 3. Oktober, ab 7:00 Uhr bis etwa 30 Minuten vor dem jeweiligen Start – Schuppen 50A, Australiastraße, 20457 Hamburg

Wer die Abholung am Renntag wählt, sollte den Fußweg von der S-Bahn Veddel mitrechnen und nicht mit dem Andrang der letzten halben Stunde planen.

Für Zuschauer: wo man wirklich etwas sieht

Die wichtigste Einschränkung zuerst: Auf die Brücke darf nur, wer eine gültige Startnummer trägt. Zuschauer bleiben unten. Das Veranstaltungsgelände selbst ist zugänglich – dort sind Start, Ziel, Zeitmessung und Stimmung, und dort sieht man die Läuferinnen und Läufer zweimal.

Wer die Brücke mit dem Läuferfeld im Bild will, muss auf Abstand gehen. Die Standorte dafür sind dieselben, die sich das ganze Jahr über lohnen: die Roßbrücke auf der Elbinsel Neuhof, der Fähranleger Neuhof und das Köhlbrandhöft. Sie liegen im Industriegebiet, teils auf Betriebsgelände mit Hausrecht – Anfahrt und Rückweg gehören vorher geklärt, erst recht an einem Tag mit Streckensperrungen. Eine Übersicht steht auf der Seite zur Köhlbrandbrücke.

Aus größerer Entfernung, aber ohne Zutrittsfragen, geht es vom Altonaer Balkon. Die Läufer sind von dort nicht zu erkennen, die Silhouette dafür vollständig.

Wie oft es diesen Lauf noch geben wird

Eine Frage, die zunehmend gestellt wird – und auf die es keine belastbare Antwort gibt. Der Ersatzneubau soll gegen Ende der 2030er Jahre in Betrieb gehen, der Abriss der alten Brücke folgt danach; belastbar ist bislang nur die Größenordnung, nicht das Jahr. Der Stand des Verfahrens steht auf der Seite zur neuen Köhlbrandbrücke.

Bis dahin bleibt der Lauf, was er ist: ein Volkslauf über ein Bauwerk, das man sonst nur aus dem Auto oder von unten kennt. Dass die Startplätze neun Monate vorher weg sind, hat damit wohl mehr zu tun als mit der Distanz.

Häufige Fragen

Wann ist der Köhlbrandbrückenlauf 2026?

Am Samstag, 3. Oktober 2026, mit Startzeiten um 9:00, 12:00 und 15:00 Uhr.

Wie lang ist die Strecke?

12,3 Kilometer, amtlich vermessen. Es gibt keine kürzere Alternative und keinen Halbmarathon.

Kann man sich noch anmelden?

Regulär nicht – alle drei Startzeiten sind ausverkauft. Übrig bleibt die offizielle Startplatzbörse des Veranstalters.

Dürfen Zuschauer auf die Brücke?

Nein. Die Brücke betreten dürfen ausschließlich Teilnehmende mit gültiger Startnummer. Das Veranstaltungsgelände mit Start und Ziel ist dagegen offen.

Ist die Köhlbrandbrücke an dem Tag für Autos gesperrt?

Ja, für die Dauer des Laufs. Diese Sperrung ist geplant und hat nichts mit den Wartungssperrungen zu tun, die den Rest des Jahres über anfallen – aktuelle Termine dafür stehen unter Sperrungen der Elbquerungen.

Gibt es ein Zeitlimit?

Ja, 1:50 Stunden für die 12,3 Kilometer. Das entspricht knapp neun Minuten pro Kilometer und ist auch mit Gehpausen an den Rampen erreichbar.

Quellen

Grundlage dieses Beitrags sind die Teilnahmeinformationen und Mitteilungen der Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH als Veranstalterin sowie die Bauwerksdaten der Hamburg Port Authority. Wie wir arbeiten und wie oft wir nachführen, steht unter Quellen & Arbeitsweise.