Über die Elbe in Hamburg: alle Querungen im Vergleich

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Stand: 28. Juli 2026. Diese Seite stellt alle Wege über und unter die Elbe in Hamburg nebeneinander: Neuer Elbtunnel, Köhlbrandbrücke, die Elbbrücken in der Stadt, die Hubbrücken im Hafen, den Alten Elbtunnel und die Fähren. Je Querung steht hier, wer sie benutzen darf, welche Grenzen gelten und was die Ausweichroute ist, wenn sie ausfällt. Die Seite wird monatlich geprüft.

Wer in Hamburg über die Elbe muss, hat weniger Möglichkeiten, als die Karte vermuten lässt. Für den Durchgangsverkehr gibt es genau zwei leistungsfähige Verbindungen – den Neuen Elbtunnel im Westen und die Elbbrücken im Osten. Alles andere ist entweder auf den Hafen beschränkt, auf bestimmte Fahrzeuge, oder es kostet Zeit.

Warum es so wenige Querungen gibt

Die Elbe ist in Hamburg keine Flusslandschaft, sondern eine Seeschifffahrtsstraße. Jedes Bauwerk, das sie überspannt, muss die größten Containerschiffe der Welt darunter durchlassen – und das ist der Grund, warum es zwischen den Elbbrücken im Osten und der Nordsee genau eine Straßenbrücke gibt.

Die Köhlbrandbrücke schafft 53 Meter Durchfahrtshöhe. Das reichte 1974 für jedes Schiff und reicht heute nicht mehr für die größten: Sie können die oberhalb liegenden Terminals nur bei passendem Tidenstand oder gar nicht erreichen. Der Neubau ist deshalb auf 73,5 Meter ausgelegt. Wer eine solche Höhe nicht erreichen kann oder will, muss unter den Fluss – und ein Tunnel unter einer Fahrrinne, die für immer größere Schiffe vertieft wird, ist ungleich teurer als eine Brücke über einen Binnenfluss.

Dazu kommt die Fläche: Zwischen Norder- und Süderelbe liegt kein freies Land, sondern der Hafen. Jede neue Trasse führt durch Betriebsgelände, Bahnanlagen und Wasserflächen. Das erklärt beides – warum die vorhandenen Querungen so stark ausgelastet sind, und warum es Jahrzehnte dauert, eine hinzuzufügen.

Die Querungen auf einen Blick

QuerungFür wenWichtigste Grenze
Neuer Elbtunnel (A 7)Kfz aller Art4,00 m Höhe, Gefahrgut tagsüber gesperrt
KöhlbrandbrückeKfz, kein Fuß- und Radverkehr44 Tonnen, Überholverbot
Elbbrücken (A 1 und Innenstadt)alle Verkehrsartenkeine besondere, aber staugefährdet
Kattwyk- und RethebrückeHafenverkehrHub- und Klappvorgänge für Schiffe
Alter Elbtunnelzu Fuß und mit dem Radderzeit keine Kfz
FährenPersonen, Rad; Pkw nur ZollenspiekerFahrplan, Betriebszeiten
Die Elbquerungen in und um Hamburg, Stand Juli 2026. Einzelheiten in den Abschnitten unten.

Neuer Elbtunnel (A 7)

Der Neue Elbtunnel ist die wichtigste Elbquerung Norddeutschlands. Er führt die A 7 auf 3.325 Metern unter dem Strom hindurch und trägt rund 113.000 Fahrzeuge am Tag – Fernverkehr zwischen Skandinavien und dem Süden, Berufspendler und einen erheblichen Teil des Hafenverkehrs in einem einzigen Bauwerk.

Vier Röhren, die umgeschaltet werden

Die ersten drei Röhren gingen am 10. Januar 1975 in Betrieb, die vierte am 27. Oktober 2002. Jede Röhre hat zwei Fahrspuren, erlaubt sind 80 km/h.

Entscheidend für den Alltag ist, dass die Röhren nicht fest einer Richtung zugeordnet sind. Die Tunnelleitzentrale kann einzelne Röhren und Spuren je nach Verkehrslage umschalten und sperren – morgens stadteinwärts mehr Kapazität, nachmittags stadtauswärts. Das erklärt auch, warum eine Störung im Tunnel selten nur eine Fahrtrichtung trifft: Fällt eine Röhre aus, verteilt sich der Verkehr auf die übrigen, und die Umschaltmöglichkeiten schrumpfen.

Was durch den Tunnel darf

Höhe: 4,00 Meter. An jeder Einfahrt wird die Fahrzeughöhe gemessen. Wer darüber liegt, löst die Schranken aus und wird zurückgehalten – ein Vorgang, der den Tunnel regelmäßig für Minuten lahmlegt und in der Verkehrsmeldung dann als „Überhöhenkontrolle“ auftaucht.

Gefahrgut: tagsüber gesperrt. Der Elbtunnel ist als Tunnel der Kategorie E ausgeschildert. Kennzeichnungspflichtige Gefahrguttransporte dürfen ihn zwischen 5:00 und 23:00 Uhr nicht befahren; nachts gilt die Beschränkung weiter für Güter, die zu großen Explosionen oder zur Freisetzung giftiger Stoffe führen können. Für diese Fahrten gibt es eine behördlich festgelegte Fahrwegbestimmung, die um den Tunnel herumführt – in der Praxis über die Elbbrücken oder, im Hafen, über die Köhlbrandbrücke.

Wie zuverlässig er ist

Für 2026 hat die Autobahn GmbH acht Vollsperrungen der A 7 angekündigt, jeweils rund 55 Stunden von Freitagabend 22:00 Uhr bis Montagfrüh 5:00 Uhr. Der Grund ist eine Häufung großer Projekte, die sich zeitlich nicht ausweichen lassen: der Lärmschutzdeckel in Altona, die Hochstraße Elbmarsch (K 20) südlich des Tunnels, eine neue Tunnelleitzentrale und der achtstreifige Ausbau nördlich der Elbe.

Neben den angekündigten Sperrungen gibt es die unangekündigten. Bei rund 113.000 Fahrzeugen täglich reicht ein liegengebliebener Lkw, ein Unfall oder eine ausgelöste Höhenkontrolle, um den Tunnel für Minuten bis Stunden zu verstopfen – und weil der Verkehr sich vorher auf vier Röhren verteilt, staut es sich danach auf der gesamten A 7. Für Termine, die von einer bestimmten Ankunftszeit abhängen, ist der Elbtunnel deshalb die falsche Route, wenn es eine Alternative gibt.

In den Reisemonaten Juli und August wird bewusst nicht gesperrt. Für den Rest des Jahres 2026 stehen noch zwei Termine an: 11. bis 14. September und 25. bis 28. September. Alle bestätigten Termine – auch die der Köhlbrandbrücke – stehen laufend aktualisiert auf Sperrungen und Umleitungen.

11. bis 14. September: beide Hauptquerungen dicht

An diesem Wochenende sind Elbtunnel und Köhlbrandbrücke gleichzeitig gesperrt. Die beiden Betreiber kündigen ihre Termine getrennt an, und keine der beiden Meldungen erwähnt die andere Sperrung. Für den Schwerlastverkehr bleibt in diesen 55 Stunden keine leistungsfähige Route über die Elbe im Hafen – wer kann, verschiebt die Fahrt.

Köhlbrandbrücke

Die Köhlbrandbrücke verbindet seit 1974 die westlichen Terminals mit den südlichen Hafengebieten und ist damit die Hafenquerung schlechthin. Für den überregionalen Verkehr ist sie eine Abkürzung zwischen A 7 und A 1, für den Hafenbetrieb ist sie unverzichtbar.

Ihr Zustand schränkt sie inzwischen ein. Schwertransporte über 44 Tonnen sind seit Mai 2026 gesperrt, für Lkw gelten Rechtsfahrgebot und Überholverbot. Fuß- und Radverkehr ist nicht zugelassen – die einzige Ausnahme ist der Köhlbrandbrückenlauf einmal im Jahr. Warum das Bauwerk sein Lebensende erreicht hat und was an seine Stelle tritt, steht unter Der Neubau.

Die Umleitung führt über die Kattwykbrücke

Bei einer Vollsperrung leitet die Hamburg Port Authority den Verkehr über die rund zwei Kilometer entfernte Kattwykbrücke um, ausgeschildert als U 30 Richtung Westen und U 40 Richtung Osten. Die Route führt über Roßdamm, Neuhöfer Damm, Rethedamm, Hohe-Schaar-Straße, Kattwykdamm, Moorburger Hauptdeich, Georg-Heyken-Straße und Waltershofer Straße – Hafenstraßen, die den Umleitungsverkehr zusätzlich zu ihrem eigenen aufnehmen müssen. Mit spürbaren Verzögerungen ist zu rechnen, besonders zu den Schichtwechseln der Terminals.

Was die Gewichtsgrenze für den Hafen bedeutet

Die 44-Tonnen-Grenze klingt technisch, hat aber Folgen für den Betrieb. Schwerlasttransporte, die früher direkt von den westlichen Terminals nach Süden fuhren, müssen seither entweder über die Kattwykbrücke ausweichen oder den Weg über den Elbtunnel nehmen – sofern sie unter 4,00 Meter bleiben und kein Gefahrgut geladen haben. Für Projektladung, wie sie im Hafen regelmäßig anfällt, trifft oft beides nicht zu.

Damit ist die Köhlbrandbrücke von der Abkürzung zum Nadelöhr geworden: Sie trägt weiter den größten Teil des Hafenverkehrs, aber die schwersten Fahrten, für die es keine Alternative gäbe, darf sie nicht mehr aufnehmen.

Die Elbbrücken im Osten

Östlich der Innenstadt überspannt ein Bündel von Brücken die Norderelbe: die Autobahnbrücke der A 1, die Neue Elbbrücke und die Freihafenelbbrücke für den Stadtverkehr sowie die Eisenbahnbrücken. Sie sind die einzige Querung, die alle Verkehrsarten aufnimmt – Auto, Lkw, Bahn, Rad und zu Fuß – und sie sind der Grund, warum Hamburg bei einer Tunnelsperrung nicht auseinanderfällt.

Ihr Nachteil ist der Umweg. Wer von Norden zum westlichen Hafen will, fährt über die Elbbrücken quer durch die Stadt, und genau dorthin schiebt jede Vollsperrung des Elbtunnels ihren Verkehr. Wer an einem Sperrwochenende durch Hamburg muss, kommt großräumig über A 1, A 21 und B 205 oft schneller durch als auf der innerstädtischen Ausweichroute.

Kattwykbrücke und Rethebrücke im Hafen

Zwei weitere Querungen liegen mitten im Hafen und sind für den Ortsverkehr wichtiger, als ihre Größe vermuten lässt. Die Kattwykbrücke über die Süderelbe ist eine Hubbrücke: Für größere Schiffe wird die Fahrbahn angehoben, der Straßenverkehr wartet so lange. Die Rethebrücke über die Rethe funktioniert als Klappbrücke nach demselben Prinzip.

Beide sind damit planbar unzuverlässig: Sie fallen nicht aus, aber sie stehen mehrmals täglich für einige Minuten still. Wer die Kattwykbrücke als Umleitung um die Köhlbrandbrücke nutzt, sollte das einkalkulieren – an einem Sperrwochenende trifft ein Hubvorgang auf den gesamten umgeleiteten Verkehr.

Alter Elbtunnel

Der St.-Pauli-Elbtunnel von 1911 ist die älteste noch benutzte Elbquerung der Stadt und für Fußgänger und Radfahrende die direkteste Verbindung zwischen den Landungsbrücken und Steinwerder. Seit dem 4. Mai 2026 ist die Weströhre nach sechs Jahren Sanierung wieder offen.

Zu Fuß und mit dem Rad ist der Tunnel kostenlos und rund um die Uhr zugänglich; ausgenommen ist die Silvesternacht. Für Autos bleibt er bis auf Weiteres gesperrt – als Verkehrsweg für Kfz spielt er damit keine Rolle mehr, als Alternative für Radfahrende dagegen sehr wohl, weil die Köhlbrandbrücke für sie ohnehin ausfällt.

Die Fähren

Die HADAG-Fähren fahren im HVV-Tarif und sind für Fußgänger und Radfahrende eine vollwertige Querung – die Linie zwischen Landungsbrücken und Finkenwerder ist im Berufsverkehr eine echte Pendlerverbindung und nicht nur eine Hafenrundfahrt zum Nahverkehrspreis. Autos nehmen sie nicht mit.

Die einzige Autofähre auf Hamburger Stadtgebiet verkehrt weit im Südosten zwischen Zollenspieker und Hoopte. Sie nimmt Pkw und Räder mit, große Wohnmobile nicht, und sie ist kostenpflichtig. Für den Hafenverkehr ist sie ohne Bedeutung, für Ausflüge und für die Vier- und Marschlande eine sinnvolle Abkürzung.

Stromabwärts, rund 60 Kilometer von Hamburg entfernt, verbindet die Fähre zwischen Glückstadt und Wischhafen Schleswig-Holstein mit Niedersachsen. Sie fährt etwa 25 Minuten und nimmt auch Lkw und Wohnmobile mit. Als Umgehung eines gesperrten Elbtunnels lohnt sie sich nur für Fahrten, die ohnehin westlich an Hamburg vorbeiführen – für alles andere ist der Umweg größer als der Zeitgewinn.

Was in den nächsten Jahren dazukommt

Die neue Köhlbrandquerung ersetzt die heutige Brücke. Der Siegerentwurf steht seit dem 10. Juni 2026 fest, die Kosten liegen bei 4,4 bis 5,3 Milliarden Euro, fertig sein soll sie Mitte der 2040er Jahre. Einzelheiten stehen unter Der Neubau.

Die A 26-Ost, früher Hafenquerspange genannt, soll den Hafen südlich umfahren und die A 7 mit der A 1 verbinden – mit einer neuen Süderelbbrücke und einem rund 1,5 Kilometer langen Tunnel in Wilhelmsburg. Das Vorhaben steckt weiter im Planfeststellungsverfahren; für Ende 2026 ist der Erörterungstermin für einen der Abschnitte angekündigt. Ein Baubeginn ist nicht terminiert. Sollte die Strecke kommen, wäre sie die erste echte Entlastung für Köhlbrandbrücke und Elbtunnel seit 1975.

Der achtstreifige Ausbau der A 7 samt Lärmschutzdeckeln läuft bereits und ist der Grund für die meisten Sperrungen der kommenden Jahre. Kurzfristig kostet er Kapazität, langfristig schafft er welche.

Welche Querung wann die richtige ist

SituationEmpfehlung
Pkw, Durchfahrt Nord–SüdElbtunnel; bei Sperrung großräumig über A 1
Lkw bis 44 t im HafenKöhlbrandbrücke, sonst Kattwykbrücke
Schwertransport über 44 tElbtunnel, sofern kein Gefahrgut und unter 4,00 m
Kennzeichnungspflichtiges Gefahrgutfestgelegter Fahrweg, tagsüber nicht durch den Tunnel
FahrradAlter Elbtunnel, HADAG-Fähre oder Elbbrücken
Beide Hauptquerungen gesperrtFahrt verschieben oder A 1 / A 21 / B 205
Faustregeln für die Routenwahl. Aktuelle Sperrungen immer vorher prüfen.

Häufige Fragen

Wie viele Elbquerungen gibt es in Hamburg?

Für den Autoverkehr sind es vier: Neuer Elbtunnel, Köhlbrandbrücke, die Elbbrücken im Osten und die Kattwykbrücke im Hafen. Dazu kommen der Alte Elbtunnel für Fuß- und Radverkehr, die HADAG-Fähren und die Autofähre Zollenspieker–Hoopte.

Wie hoch darf ein Fahrzeug im Elbtunnel sein?

4,00 Meter. Die Höhe wird an jeder Einfahrt automatisch gemessen, zu hohe Fahrzeuge werden durch Schranken zurückgehalten.

Darf ich mit Gefahrgut durch den Elbtunnel?

Zwischen 5:00 und 23:00 Uhr nicht, wenn der Transport kennzeichnungspflichtig ist. Nachts gilt die Sperre weiter für besonders gefährliche Güter. Für die übrigen Fahrten ist ein Umfahrungsweg behördlich festgelegt.

Kann man mit dem Fahrrad über die Elbe?

Ja, über den Alten Elbtunnel, mit den HADAG-Fähren oder über die Elbbrücken. Die Köhlbrandbrücke und der Neue Elbtunnel sind für Radfahrende gesperrt.

Was tun, wenn Elbtunnel und Köhlbrandbrücke gleichzeitig gesperrt sind?

Für den Fernverkehr bleibt die großräumige Umfahrung über A 1, A 21 und B 205. Innerstädtisch nehmen die Elbbrücken den Verkehr auf, sind dann aber überlastet. Für Schwerlastverkehr im Hafen gibt es in diesen Stunden keine gleichwertige Route.

Fährt der Alte Elbtunnel wieder?

Die Weströhre ist seit dem 4. Mai 2026 wieder offen, für Fußgänger und Radfahrende kostenlos und rund um die Uhr. Autos dürfen bis auf Weiteres nicht hindurch.

Quellen und Aktualisierung

Grundlage sind die Mitteilungen der Autobahn GmbH des Bundes zu Sperrungen und Ausbau der A 7, der Hamburg Port Authority zu Köhlbrandbrücke, Kattwykbrücke und Altem Elbtunnel sowie die Planungsunterlagen der DEGES zur A 26-Ost. Diese Seite wird monatlich geprüft; der Stand steht ganz oben. Die Sperrtermine selbst werden wöchentlich nachgeführt und stehen unter Sperrungen und Umleitungen. Wie wir arbeiten, steht unter Quellen & Arbeitsweise.